Wir sollten Rechten nicht überlassen, über Henry Nowaks vermeidbaren Tod zu sprechen und ihn für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren.
Henry Nowak wurde Opfer einer Messerattacke. Doch die Polizei glaubte dem Täter, der einen rassistischen Vorfall behauptete, legte dem schwer verletzten Opfer Handschellen an und nahm seine Hilferufe offenbar nicht ernst. Nowak starb noch am Tatort. Der Fall wird inzwischen untersucht.
Das wäre eigentlich eine Gelegenheit, grundsätzlich über ein Polizeisystem zu sprechen, das Menschen vorschnell einordnet, ihnen Glaubwürdigkeit abspricht und ihnen ohne ausreichende Grundlage Rechte entzieht.
Es ist keine Seltenheit, dass Opfer von Gewalt von der Polizei nicht ernst genommen werden — oder im schlimmsten Fall selbst wie Täter behandelt werden. Dieses Problem lässt sich nicht allein auf rassistische Strukturen reduzieren. Rassismus ist ein zentraler Faktor, aber die Polizei findet viele Gründe, Menschen vorzuverurteilen: Herkunft, Klasse, psychische Erkrankung, Geschlecht, Auftreten, Armut, Drogenkonsum, politische Haltung oder schlicht die erste Erzählung, die am Tatort plausibel wirkt.
Jeder Mensch, der Opfer einer Gewalttat wird, braucht Zugang zu einem vertrauenswürdigen Hilfesystem. Doch die Polizei erfüllt diese Aufgabe in vielen westlichen Ländern nicht zuverlässig. Für viele Menschen ist es nicht sicher, die Polizei zu rufen.
Rechte bieten dafür keine Lösung. Im Gegenteil: Rechte Politik bedeutet meist mehr Befugnisse, mehr Repression, mehr Polizeigewalt und weniger Schutz für Betroffene.
Wer Henry Nowaks Tod ernst nimmt, muss nicht rassistische Stimmung machen — sondern über institutionelle Gewalt, Entmenschlichung und fehlende Kontrolle der Polizei sprechen.
Datum: 04. Juni 2026
Hey 🙂 Danke schon Mal, dass ihr der Einladung gefolgt seid. Ich hab bisher kaum jemanden eingeladen, gerade ist der...
Gepostet von Marisa Blog - Stiftung Gewaltfreies Leben am Donnerstag, 27. Oktober 2022
