Hilfloser Antifaschismus in Zeiten des Rechtsrucks

Der Rechtsruck wird medial fast nur an der AfD festgemacht. Klar, wenn ein Höcke als Geschichtslehrer Nazi Sprüche rezitiert und rechte Gewalt zunimmt, muss man das benennen.
Aber: Zehntausende gehen gegen die AfD auf die Straße gegen die Regierung, die fast dieselbe menschenfeindliche Politik durchzieht, deutlich weniger.
Merz will am liebsten 80% der Syrer zurück in ein Terrorregime schicken. Sozialleistungen werden zusammengestrichen, mit der Ansage: selbst schuld, zu verwöhnt. Was vor Jahren als rechtsextrem galt, ist heute CDU-Mainstream und wird von der SPD durchgewunken.

Das ist kein deutsches Sonderphänomen. Von den USA bis in die westlichen Eliten hinein wird mit Rechtsextremismus sympathisiert und Politik danach ausgerichtet.
Wer nur gegen die AfD oder einzelne Rechtsextreme mobilisiert, bekämpft Symptome. Das ist wie Fliegen erschlagen, aber die Mülltonne mit dem Madenbefall stehen zulassen. Die eigentliche Frage: Warum wächst der Nährboden bleibt oft unbeantwortet.

Die wahrscheinlichste Antwort: ökonomischer Druck, Sparpolitik, Konkurrenz um immer weniger. Wenn unten der Druck steigt, wächst der Sozialneid gegen die, die noch weiter unten stehen. Dazu kommt „Phantombesitz“, die Angst, etwas zu verlieren, das man nie besaß, wird zu Sündenbock-Suche und Hass.
Antifaschismus, der nur auf einzelne Rechtsextreme zielt, greift zu kurz. Er muss bei der Politik ansetzen, die gerade den Steigbügel hält.
 

Datum: 21. Juli 2026

Hey 🙂 Danke schon Mal, dass ihr der Einladung gefolgt seid. Ich hab bisher kaum jemanden eingeladen, gerade ist der...

Gepostet von Marisa Blog - Stiftung Gewaltfreies Leben am Donnerstag, 27. Oktober 2022