Internationaler Frauenkampftag in Zeiten des Militarismus

Der internationale Frauenkampftag entstand Anfang des 20. Jhd. aus der Arbeiterinnen- und Frauenbewegung. 1910 schlug die Sozialistin Clara Zetkin auf einer internationalen Frauenkonferenz vor, einen jährlichen Kampftag für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht zu organisieren, der 1911 erstmals mit großen Demonstrationen begangen wurde. Die Datierung zum 08. März kam erst später. 1917 gingen im zaristischen Russland Arbeiterinnen in Petrograd am 8. März unter dem Motto „Brot und Frieden“ auf die Straße, lösten Massenstreiks aus und trugen damit zum Beginn der russischen Februarrevolution bei – seit 1921 wird der Frauentag deshalb weltweit durch Demonstrationen und Aktionen rund um diesen Zeitraum begangen.
 
Trotz einem langen Kampf für Gleichberechtigung, erleben wir auch im 21. Jhd noch strukturelle Benachteiligung von Frauen, patriarchale Strukturen und diktatorische Patriarchate. Frauenrechte werden im Zuge des steigenden Rechtsextremismus und der Islamisierung in verschiedenen Ländern massiv abgebaut. Die vielen globalen Konflikte verschlechtern die Situation von Frauen. Die Armut wächst, was Frauen oftmals besonders hart trifft, mit zunehmenden militärischen Konflikten kommt es immer wieder zu Vergew* von Frauen, Frauen erhalten oftmals keinen Schutz vor Gewalt und in vielen Ländern besitzen Frauen grundlegende Rechte nicht. Auch die Epstein Akten machten wieder einmal deutlich, dass es mächtige Netzwerke gibt, die systematisch sexuellen Missbrauch an Mädchen und Frauen betreiben und trotzdem weiter geschützt werden.
Derweil ist die feministische Szene in westlichen Ländern extrem gespalten. Während die einen glauben, mehr Girlbosses und Regenbogenfarben und Kulturkampf wären der notwendige feministische Kampf,haben andere längst erkannt , dass die Lage der Frau auch extrem verknüpft mit dem System ist. Kapitalismus und Unterdrückung der Frau sind nicht getrennt voneinander zu sehen.
 
Militarismus und religiöse Unterdrückung sind zwei der brutalsten Formen patriarchaler Herrschaft und treffen Frauen weltweit immer wieder zuerst und besonders hart.
Wer Gleichberechtigung ernst meint, kann deshalb nicht nur über Sprache, Symbolpolitik oder individuelle Karrieren sprechen, sondern muss auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen hinterfragen, die Ausbeutung und Gewalt ermöglichen.
 
Ein Feminismus, der nur einzelne Frauen in Machtpositionen bringt, ohne die Bedingungen zu verändern, unter denen die Mehrheit lebt, bleibt oberflächlich. Wirkliche Befreiung bedeutet, gegen patriarchale Gewalt, ökonomische Ausbeutung, religiösen Fundamentalismus und Krieg gleichermaßen zu kämpfen.
Der internationale Frauentag erinnert deshalb nicht nur an erreichte Rechte, sondern auch daran, dass Gleichberechtigung immer erkämpft werden musste und dass dieser Kampf noch lange nicht vorbei ist.

Datum: 08. März 2026

Hey 🙂 Danke schon Mal, dass ihr der Einladung gefolgt seid. Ich hab bisher kaum jemanden eingeladen, gerade ist der...

Gepostet von Marisa Blog - Stiftung Gewaltfreies Leben am Donnerstag, 27. Oktober 2022