{"id":1411,"date":"2024-06-30T15:09:37","date_gmt":"2024-06-30T13:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftung-gewaltfreies-leben.de\/?page_id=1411"},"modified":"2024-06-30T15:14:47","modified_gmt":"2024-06-30T13:14:47","slug":"menschen-statt-zahlen-eine-humanitaere-perspektive-auf-die-fluechtlingsdebatte-in-zeiten-des-rechtsrucks","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stiftung-gewaltfreies-leben.de\/index.php\/blog-marisa\/menschen-statt-zahlen-eine-humanitaere-perspektive-auf-die-fluechtlingsdebatte-in-zeiten-des-rechtsrucks\/","title":{"rendered":"Menschen statt Zahlen: Eine humanit\u00e4re Perspektive auf die Fl\u00fcchtlingsdebatte in Zeiten des Rechtsrucks"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"1411\" class=\"elementor elementor-1411\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-da27426 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"da27426\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-3aaeca3\" data-id=\"3aaeca3\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0057199 elementor-widget__width-initial elementor-invisible elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0057199\" data-element_type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;_animation&quot;:&quot;zoomInRight&quot;}\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2>2023: So viele Todesopfer w\u00e4hrend der Flucht wie noch nie<\/h2><p>Noch nie wurden weltweit so viele Todesf\u00e4lle auf Fluchtrouten verzeichnet wie 2023. Laut der UN-Beh\u00f6rde starben 2023 mindestens 8565 Gefl\u00fcchtete, wodurch die Anzahl der Todesopfer im Vergleich zu 2022 um 20 Prozent gestiegen ist. Die vorherige Rekordzahl lag bei 8084 Toten im Jahr 2016. Knapp \u00fcber die H\u00e4lfte der Toten starben durch Ertrinken, neun Prozent durch Fahrzeugunf\u00e4lle und sieben Prozent in Folge von Gewalt. Die hohen Todeszahlen lassen sich auch damit erkl\u00e4ren, dass sichere Fluchtrouten fehlen und Hunderttausende sich j\u00e4hrlich trotz der Risiken auf die unsicheren Wege begeben m\u00fcssen, um vor Verfolgung, Krieg und drohender Gewalt fliehen zu k\u00f6nnen. Die t\u00f6dlichste Fluchtroute bleibt weiterhin das Mittelmeer. Bei der Flucht \u00fcber das Mittelmeer sind 3129 Vermisste und Tote verzeichnet worden. (vgl. DW 2024) Seit dem Jahr 2014 konnten 29.827 im Mittelmeer ertrunkene Gefl\u00fcchtete registriert werden. (Statista 2024) Auch in Afrika und Asien lie\u00dfen sich H\u00f6chstst\u00e4nde der Todesopfer feststellen. So wurden 2023 2138 Todesopfer in Asien und 1866 Todesopfer in Afrika festgestellt. In Asien waren besonders Afghanen und Rohingya-Fl\u00fcchtlinge betroffen. In Afrika galt ein besonders hohes Risiko auf Fluchtrouten \u00fcber den See zu den Kanarischen Inseln oder durch die Sahara.\u00a0<span style=\"color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight ); letter-spacing: 0px;\">Die tats\u00e4chlichen Zahlen liegen Sch\u00e4tzungen zufolge jedoch deutlich h\u00f6her, weil viele Todesf\u00e4lle nicht entdeckt werden w\u00fcrden. (vgl. DW 2024)<\/span><\/p><p>Auch die Anzahl an Gefl\u00fcchteten war 2023 so hoch wie noch nie. Laut der Uno-Fl\u00fcchtlingshilfe mussten mindestens 27,2 Millionen Menschen 2023 fliehen. Fast ein Viertel fl\u00fcchtete in andere L\u00e4nder. Die restlichen fl\u00fcchteten innerhalb ihrer eigenen L\u00e4nder als Binnenvertriebene. Ende 2023 ging man insgesamt von 117,3 Millionen Vertriebenen aus, eine Steigerung von 8 Prozent zum Vorjahr. Bei 120 Millionen soll die Anzahl im Mai 2024 gelegen haben, womit es erneut einen deutlichen Anstieg gab. Ein Trend, der sich seit 12 Jahren in Folge feststellen l\u00e4sst. Seit 12 Jahren steigt die Anzahl an vertriebenen Menschen j\u00e4hrlich. Eine hohe Anzahl an Betroffenen fliehen innerhalb ihrer eigenen L\u00e4nder und in direkte Nachbarl\u00e4nder. (vgl. UNO Fl\u00fcchtlingshilfe 2024)<\/p><p>Wichtig ist zu bedenken, dass hinter jeder dieser Zahlen ein reales Menschenleben steckt. Ein Mensch mit einer Geschichte, mit Tr\u00e4umen, mit \u00c4ngsten und Hoffnungen. Es sind nicht nur Statistiken oder abstrakte Daten. Es sind M\u00fctter, V\u00e4ter, Kinder, Geschwister, Freunde und Geliebte, deren Leben durch Konflikte, Verfolgung oder andere lebensbedrohliche Umst\u00e4nde auf tragische Weise ver\u00e4ndert wurden. Jede Zahl repr\u00e4sentiert einen einzigartigen Lebensweg, der durch Flucht und Vertreibung eine dramatische Wendung genommen hat.<\/p><p>Am 20. Juni war der Weltfl\u00fcchtlingstag und in vielen St\u00e4dten fanden Aktionen und Kundgebungen statt, um auf die Belange von gefl\u00fcchteten Menschen aufmerksam zu machen. Gerade in Zeiten in denen der Rechtsruck weiter voranschreitet, der Rassismus gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten w\u00e4chst und das Asylrecht weiter ausgeh\u00f6hlt wird, wie z.B. durch die europ\u00e4ische GEAS-Reform oder das Einf\u00fchren einer Bezahlkarte f\u00fcr Asylsuchende, ist es wichtiger denn je immer wieder auf die Relevanz dieser Thematik aufmerksam zu machen. Die GEAS-Reform, die darauf abzielt, das Europ\u00e4ische Asylsystem zu \u00fcberarbeiten, hat zu zahlreichen Kontroversen gef\u00fchrt. Kritiker argumentieren, dass die geplanten \u00c4nderungen die Rechte und den Schutz von Asylsuchenden einschr\u00e4nken. Diese Reform ist als ein Schritt anzusehen, der die Solidarit\u00e4t innerhalb der EU schw\u00e4cht und die ohnehin schon verletzliche Situation von Gefl\u00fcchteten weiter versch\u00e4rft. Ich habe\u00a0<a href=\"http:\/\/Noch nie wurden weltweit so viele Todesf\u00e4lle auf Fluchtrouten verzeichnet wie 2023. Laut der UN-Beh\u00f6rde starben 2023 mindestens 8565 Gefl\u00fcchtete, wodurch die Anzahl der Todesopfer im Vergleich zu 2022 um 20 Prozent gestiegen ist. Die vorherige Rekordzahl lag bei 8084 Toten im Jahr 2016. Knapp \u00fcber die H\u00e4lfte der Toten starben durch Ertrinken, neun Prozent durch Fahrzeugunf\u00e4lle und sieben Prozent in Folge von Gewalt. Die hohen Todeszahlen lassen sich auch damit erkl\u00e4ren, dass sichere Fluchtrouten fehlen und Hunderttausende sich j\u00e4hrlich trotz der Risiken auf die unsicheren Wege begeben m\u00fcssen, um vor Verfolgung, Krieg und drohender Gewalt fliehen zu k\u00f6nnen. Die t\u00f6dlichste Fluchtroute bleibt weiterhin das Mittelmeer. Bei der Flucht \u00fcber das Mittelmeer sind 3129 Vermisste und Tote verzeichnet worden. (vgl. DW 2024) Seit dem Jahr 2014 konnten 29.827 im Mittelmeer ertrunkene Gefl\u00fcchtete registriert werden. (Statista 2024) Auch in Afrika und Asien lie\u00dfen sich H\u00f6chstst\u00e4nde der Todesopfer feststellen. So wurden 2023 2138 Todesopfer in Asien und 1866 Todesopfer in Afrika festgestellt. In Asien waren besonders Afghanen und Rohingya-Fl\u00fcchtlinge betroffen. In Afrika galt ein besonders hohes Risiko auf Fluchtrouten \u00fcber den See zu den Kanarischen Inseln oder durch die Sahara. Die tats\u00e4chlichen Zahlen liegen Sch\u00e4tzungen zufolge jedoch deutlich h\u00f6her, weil viele Todesf\u00e4lle nicht entdeckt werden w\u00fcrden. (vgl. DW 2024) Auch die Anzahl an Gefl\u00fcchteten war 2023 so hoch wie noch nie. Laut der Uno-Fl\u00fcchtlingshilfe mussten mindestens 27,2 Millionen Menschen 2023 fliehen. Fast ein Viertel fl\u00fcchtete in andere L\u00e4nder. Die restlichen fl\u00fcchteten innerhalb ihrer eigenen L\u00e4nder als Binnenvertriebene. Ende 2023 ging man insgesamt von 117,3 Millionen Vertriebenen aus, eine Steigerung von 8 Prozent zum Vorjahr. Bei 120 Millionen soll die Anzahl im Mai 2024 gelegen haben, womit die Anzahl erneut deutlich gestiegen ist. Ein Trend, der sich seit 12 Jahren feststellen l\u00e4sst. Seit 12 Jahren steigt die Anzahl an vertriebenen Menschen j\u00e4hrlich. Eine hohe Anzahl an Betroffenen fliehen innerhalb ihrer eigenen L\u00e4nder und in direkte Nachbarl\u00e4nder. (vgl. UNO Fl\u00fcchtlingshilfe 2024) Wichtig ist zu bedenken, dass hinter jeder dieser Zahlen ein reales Menschenleben steckt. Ein Mensch mit einer Geschichte, mit Tr\u00e4umen, mit \u00c4ngsten und Hoffnungen. Es sind nicht nur Statistiken oder abstrakte Daten. Es sind M\u00fctter, V\u00e4ter, Kinder, Geschwister, Freunde und Geliebte, deren Leben durch Konflikte, Verfolgung oder andere lebensbedrohliche Umst\u00e4nde auf tragische Weise ver\u00e4ndert wurden. Jede Zahl repr\u00e4sentiert einen einzigartigen Lebensweg, der durch Flucht und Vertreibung eine dramatische Wendung genommen hat. Am 20. Juni war der Weltfl\u00fcchtlingstag und in vielen St\u00e4dten fanden Aktionen und Kundgebungen statt, um auf die Belange von gefl\u00fcchteten Menschen aufmerksam zu machen. Gerade in Zeiten in denen der Rechtsruck weiter voranschreitet, der Rassismus gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten w\u00e4chst und das Asylrecht weiter ausgeh\u00f6hlt wird, wie z.B. durch die europ\u00e4ische GEAS-Reform oder das Einf\u00fchren einer Bezahlkarte f\u00fcr Asylsuchende, ist es wichtiger denn je immer wieder auf die Relevanz dieser Thematik aufmerksam zu machen. Die GEAS-Reform, die darauf abzielt, das Europ\u00e4ische Asylsystem zu \u00fcberarbeiten, hat zu zahlreichen Kontroversen gef\u00fchrt. Kritiker argumentieren, dass die geplanten \u00c4nderungen die Rechte und den Schutz von Asylsuchenden einschr\u00e4nken. Diese Reform ist als ein Schritt anzusehen, der die Solidarit\u00e4t innerhalb der EU schw\u00e4cht und die ohnehin schon verletzliche Situation von Gefl\u00fcchteten weiter versch\u00e4rft. Ich habe hier: (https:\/\/stiftung-gewaltfreies-leben.de\/index.php\/blog-marisa\/gegen-die-geas-reform\/ ) bereits einen Artikel dazu geschrieben. Ebenso problematisch ist die Einf\u00fchrung der Bezahlkarte f\u00fcr Asylsuchende, die als entmenschlichend und diskriminierend kritisiert werden kann. Anstatt den Menschen in Not die Unterst\u00fctzung zu bieten, die sie ben\u00f6tigen, werden sie durch b\u00fcrokratische H\u00fcrden und restriktive Ma\u00dfnahmen weiter marginalisiert. Solche Entwicklungen tragen dazu bei, das Bild von Gefl\u00fcchteten als Last f\u00fcr die Gesellschaft zu zementieren, anstatt ihre Bed\u00fcrfnisse und Rechte als Menschen anzuerkennen und erschwert Asylsuchenden ihre bereits sowieso schon schwierige Lebenssituation. Es sollte in einer demokratischen Gesellschaft legitim sein, wenn man sachlich \u00fcber den Umgang mit Migration und Flucht diskutieren kann und auch unterschiedliche Meinungen dabei angeh\u00f6rt werden k\u00f6nnen. Jedoch driftet der derzeitige Diskurs und daraus resultierende politische Forderungen immer weiter in eine Richtung ab, die sich nicht mehr sachlich mit L\u00f6sungen auseinandersetzt, wie man zum einen Menschen, die sich in lebensbedrohlichen Situationen befinden und sich deswegen auf die Flucht machen m\u00fcssen, helfen kann, ohne dass sich diese gef\u00e4hrlichen Fluchtrouten mit hohem Lebensrisiko aussetzen m\u00fcssen oder wie man gegen Fluchtursachen vorgehen kann, um die Situation in den Herkunftsregionen nachhaltig zu stabilisieren beziehungsweise wie man Gefl\u00fcchtete zwischen L\u00e4ndern und innerhalb von L\u00e4ndern fair verteilen kann und Rahmenbedingungen schaffen kann, in denen sowohl eine Versorgung wie Integrationsunterst\u00fctzungen gew\u00e4hrleistet sind. Doch der Diskurs und der Ton der Politik bewegt sich leider eher dazu, dass Gefl\u00fcchtete als Problem gebrandmarkt werden. Anstatt konstruktive L\u00f6sungen zu suchen, wird zunehmend eine Rhetorik bedient, die Angst, Ablehnung, Sozialneid und Hass sch\u00fcrt. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da sie nicht nur die betroffenen Menschen weiter marginalisiert, sondern auch die gesellschaftliche Spaltung vertieft. Statt einer sachlichen Debatte erleben wir wie Gefl\u00fcchtete als S\u00fcndenbock f\u00fcr verschiedene gesellschaftliche Probleme herhalten m\u00fcssen, die \u00fcberwiegend auf politischen Entscheidungen wie der Sparpolitik und der daraus resultierenden negativen gesellschaftlichen Konsequenzen, fehlender Regulierung des Wohnungsmarktes und fehlende Integrationsunterst\u00fctzungen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Wir m\u00fcssen uns nicht nur am Weltfl\u00fcchtlingstag, sondern t\u00e4glich daran erinnern, dass Migration und Flucht komplexe Ph\u00e4nomene sind, die allgegenw\u00e4rtig bleiben werden und multifaktorielle L\u00f6sungen erfordern. Sachliche Diskurse sind erforderlich, die darauf verzichten Gefl\u00fcchtete rein defizit\u00e4r zu betrachten, sondern sich den L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme widmen, die einerseits zu Flucht f\u00fchren und anderseits innerhalb der eigenen Gesellschaft durch den Anstieg an Gefl\u00fcchteten resultieren. Dies muss jedoch ohne Pauschalisierung von Menschengruppen stattfinden. Menschen m\u00fcssen wieder als Individuen anerkennt werden. Es ist entscheidend, dass wir uns von einer einseitigen Darstellung verabschieden, die Gefl\u00fcchtete lediglich als Belastung oder Problem darstellt, und stattdessen ihre Potenziale und Beitr\u00e4ge zur Gesellschaft anerkennen, jedoch auch nicht davor zur\u00fcckschreckt reale Probleme wie teilweise \u00dcberlastungen von Kommunen, religi\u00f6sen Extremismus, Integrationsh\u00fcrden und den Umgang mit schweren Straft\u00e4tern anzusprechen, ohne dabei Forderungen zu stellen, die zu Lasten aller Gefl\u00fcchteten gehen wie beispielsweise der Vorschlag Menschen aufgrund von Social Media Likes abschieben zu k\u00f6nnen oder aufgrund eines Nachnamens der der Clan-Kriminalit\u00e4t zugeordnet wird, ohne selbst eine eigene Straftat begangen zu haben. Solche Forderungen k\u00f6nnen zu wahllosen Abschiebungen f\u00fchren, ohne dass die Betroffenen sich selbst etwas zu Schulde haben kommen lassen. Es geht darum, menschenw\u00fcrdige Bedingungen f\u00fcr alle Beteiligten zu schaffen, was durch Angst und Vorurteile nur erschwert wird. Es wird in den n\u00e4chsten Jahren auch vor allem darum gehen gegen das gesellschaftliche Klima anzugehen, in dem Gefl\u00fcchtete immer mehr zum Feindbild erkl\u00e4rt werden und Forderungen nach Massen-Abschiebungen lauter werden, obwohl man damit Menschen in vielen F\u00e4llen einer realen Lebensgefahr aussetzen w\u00fcrde, wenn sie in L\u00e4nder wie Syrien, Iran oder Afghanistan abgeschoben werden. DW (2024): UN: 2023 starben so viele Migranten wie lange nicht: https:\/\/www.dw.com\/de\/un-2023-starben-so-viele-migranten-wie-lange-nicht\/a-68459861#:~:text=Mindestens%208565%20Fl%C3%BCchtlinge%20sind%202023,2016%20mit%208084%20Toten%20registriert. Statista (2024): Ertrunkene Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer bis 2024: https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/892249\/umfrage\/im-mittelmeer-ertrunkenen-fluechtlinge\/#:~:text=Im%20Jahr%202024%20(Stand%3A%2031,29.827%20Gefl%C3%BCchtete%20im%20Mittelmeer%20ertrunken UNO Fl\u00fcchtlingshilfe (2024): Fl\u00fcchtlingszahlen: Fl\u00fcchtlinge weltweit - Global Trends: https:\/\/www.uno-fluechtlingshilfe.de\/informieren\/fluechtlingszahlen#:~:text=Laut%20dem%20aktuellen%20Global%20Trends,der%20weltweit%20Vertriebenen%20steigt%20weiter.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>\u00a0bereits einen Artikel dazu geschrieben.<\/p><p>Ebenso problematisch ist die Einf\u00fchrung der Bezahlkarte f\u00fcr Asylsuchende, die als entmenschlichend und diskriminierend kritisiert werden kann. Anstatt den Menschen in Not die Unterst\u00fctzung zu bieten, die sie ben\u00f6tigen, werden sie durch b\u00fcrokratische H\u00fcrden und restriktive Ma\u00dfnahmen weiter marginalisiert. Solche Entwicklungen tragen dazu bei, das Bild von Gefl\u00fcchteten als Last f\u00fcr die Gesellschaft zu zementieren, anstatt ihre Bed\u00fcrfnisse und Rechte als Menschen anzuerkennen und erschwert Asylsuchenden ihre bereits sowieso schon schwierige Lebenssituation.<\/p><p>Es sollte in einer demokratischen Gesellschaft legitim sein, wenn man sachlich \u00fcber den Umgang mit Migration und Flucht diskutieren kann und auch unterschiedliche Meinungen dabei angeh\u00f6rt werden k\u00f6nnen. Jedoch driftet der derzeitige Diskurs und daraus resultierende politische Forderungen immer weiter in eine Richtung ab, die sich nicht mehr sachlich mit L\u00f6sungen auseinandersetzt, wie man zum einen Menschen, die sich in lebensbedrohlichen Situationen befinden und sich deswegen auf die Flucht machen m\u00fcssen, helfen kann, ohne dass sich diese gef\u00e4hrlichen Fluchtrouten mit hohem Lebensrisiko aussetzen m\u00fcssen oder wie man gegen Fluchtursachen vorgehen kann, um die Situation in den Herkunftsregionen nachhaltig zu stabilisieren beziehungsweise wie man Gefl\u00fcchtete zwischen L\u00e4ndern und innerhalb von L\u00e4ndern fair verteilen kann und Rahmenbedingungen schaffen kann, in denen sowohl eine Versorgung wie Integrationsunterst\u00fctzungen gew\u00e4hrleistet sind. Doch der Diskurs und der Ton der Politik bewegt sich leider eher dazu, dass Gefl\u00fcchtete rein als Problem gebrandmarkt werden. Anstatt konstruktive L\u00f6sungen zu suchen, wird zunehmend eine Rhetorik bedient, die Angst, Ablehnung, Sozialneid und Hass sch\u00fcrt. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da sie nicht nur die betroffenen Menschen weiter marginalisiert, sondern auch die gesellschaftliche Spaltung vertieft. Statt einer sachlichen Debatte erleben wir wie Gefl\u00fcchtete als S\u00fcndenbock f\u00fcr verschiedene gesellschaftliche Probleme herhalten m\u00fcssen, die \u00fcberwiegend auf politischen Entscheidungen wie der Sparpolitik und der daraus resultierenden negativen gesellschaftlichen Konsequenzen, fehlender Regulierung des Wohnungsmarktes und fehlende Integrationsunterst\u00fctzungen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p><p>Wir m\u00fcssen uns nicht nur am Weltfl\u00fcchtlingstag, sondern t\u00e4glich daran erinnern, dass Migration und Flucht komplexe Ph\u00e4nomene sind, die allgegenw\u00e4rtig bleiben werden und multifaktorielle L\u00f6sungen erfordern. Sachliche Diskurse sind erforderlich, die darauf verzichten Gefl\u00fcchtete rein defizit\u00e4r zu betrachten, sondern sich den L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme widmen, die einerseits zu Flucht f\u00fchren und anderseits innerhalb der eigenen Gesellschaft durch den Anstieg an Gefl\u00fcchteten resultieren. Dies muss jedoch ohne Pauschalisierung von Menschengruppen stattfinden. Menschen m\u00fcssen wieder als Individuen anerkennt werden. Es ist entscheidend, dass wir uns von einer einseitigen Darstellung verabschieden, die Gefl\u00fcchtete lediglich als Belastung oder Problem darstellt, und stattdessen ihre Potenziale und Beitr\u00e4ge zur Gesellschaft anerkennen, jedoch auch nicht davor zur\u00fcckschreckt reale Probleme wie teilweise \u00dcberlastungen von Kommunen, religi\u00f6sen Extremismus, Integrationsh\u00fcrden und den Umgang mit schweren Straft\u00e4tern anzusprechen, ohne dabei Forderungen zu stellen, die zu Lasten aller Gefl\u00fcchteten gehen wie beispielsweise der Vorschlag Menschen aufgrund von Social Media Likes abschieben zu k\u00f6nnen oder aufgrund eines Nachnamens der der Clan-Kriminalit\u00e4t zugeordnet wird, ohne selbst eine eigene Straftat begangen zu haben. Solche Forderungen k\u00f6nnen zu wahllosen Abschiebungen f\u00fchren, ohne dass die Betroffenen sich selbst etwas zu Schulde haben kommen lassen. Es geht darum, menschenw\u00fcrdige Bedingungen f\u00fcr alle Beteiligten zu schaffen, was durch Angst und Vorurteile nur erschwert wird. Es wird in den n\u00e4chsten Jahren auch vor allem darum gehen gegen das gesellschaftliche Klima anzugehen, in dem Gefl\u00fcchtete immer mehr zum Feindbild erkl\u00e4rt werden und Forderungen nach Massen-Abschiebungen lauter werden, obwohl man damit Menschen in vielen F\u00e4llen einer realen Lebensgefahr aussetzen w\u00fcrde, wenn sie in L\u00e4nder wie Syrien, Iran oder Afghanistan abgeschoben werden.<\/p><p>Quellen:\u00a0<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/un-2023-starben-so-viele-migranten-wie-lange-nicht\/a-68459861#:~:text=Mindestens%208565%20Fl%C3%BCchtlinge%20sind%202023,2016%20mit%208084%20Toten%20registriert.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DW (2024): UN: 2023 starben so viele Migranten wie lange nicht<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/892249\/umfrage\/im-mittelmeer-ertrunkenen-fluechtlinge\/#:~:text=Im%20Jahr%202024%20(Stand%3A%2031,29.827%20Gefl%C3%BCchtete%20im%20Mittelmeer%20ertrunken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Statista (2024): Ertrunkene Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer bis 2024<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.uno-fluechtlingshilfe.de\/informieren\/fluechtlingszahlen#:~:text=Laut%20dem%20aktuellen%20Global%20Trends,der%20weltweit%20Vertriebenen%20steigt%20weiter.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UNO Fl\u00fcchtlingshilfe (2024): Fl\u00fcchtlingszahlen: Fl\u00fcchtlinge weltweit &#8211; Global Trends<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-3370c36 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"3370c36\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-6de3491\" data-id=\"6de3491\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-8a50f11 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"8a50f11\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: right;\">Datum: 30. Juni 2024<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2012d45 e-grid-align-left elementor-grid-1 elementor-shape-rounded elementor-invisible elementor-widget elementor-widget-social-icons\" data-id=\"2012d45\" data-element_type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;_animation&quot;:&quot;zoomInUp&quot;}\" data-widget_type=\"social-icons.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-social-icons-wrapper elementor-grid\">\n\t\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-grid-item\">\n\t\t\t\t\t<a class=\"elementor-icon elementor-social-icon elementor-social-icon-facebook elementor-animation-pop elementor-repeater-item-9a7555e\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/profile.php?id=100087309576070\" target=\"_blank\">\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-screen-only\">Facebook<\/span>\n\t\t\t\t\t\t<i class=\"fab fa-facebook\"><\/i>\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5b291f2 elementor-invisible elementor-widget elementor-widget-html\" data-id=\"5b291f2\" data-element_type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;_animation&quot;:&quot;zoomInUp&quot;}\" data-widget_type=\"html.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<script async defer crossorigin=\"anonymous\" src=\"https:\/\/connect.facebook.net\/de_DE\/sdk.js#xfbml=1&version=v15.0&appId=1303074663797403&autoLogAppEvents=1\" nonce=\"DHhOO0Bo\"><\/script>\n<div class=\"fb-post\" data-href=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=pfbid0KPoh8C2s5ZvaSxFzoyQw2CRvZAQeeK8KVDJPB6HvocMVHroTtmiFwYKWHQJpxCA8l&amp;id=100087309576070\" data-width=\"750\" data-show-text=\"true\"><blockquote cite=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=102985589288427&amp;id=100087309576070\" class=\"fb-xfbml-parse-ignore\"><p>Hey \ud83d\ude42 Danke schon Mal, dass ihr der Einladung gefolgt seid. Ich hab bisher kaum jemanden eingeladen, gerade ist der...<\/p>Gepostet von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/people\/Marisa-Blog-Stiftung-Gewaltfreies-Leben\/100087309576070\/\">Marisa Blog - Stiftung Gewaltfreies Leben<\/a> am&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=102985589288427&amp;id=100087309576070\">Donnerstag, 27. Oktober 2022<\/a><\/blockquote><\/div>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2023: So viele Todesopfer w\u00e4hrend der Flucht wie noch nie Noch nie wurden weltweit so viele Todesf\u00e4lle auf Fluchtrouten verzeichnet wie 2023. Laut der UN-Beh\u00f6rde starben 2023 mindestens 8565 Gefl\u00fcchtete, wodurch die Anzahl der Todesopfer im Vergleich zu 2022 um 20 Prozent gestiegen ist. Die vorherige Rekordzahl lag bei 8084 Toten im Jahr 2016. 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